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Autogenes Training, warum wieso und weshalb ist es so wirkungsvoll?

Wir wissen alle, dass andauernder negativer Stress ungesund ist und auch langfristig zu körperlichen, sowie psychischen Symptomen, wie z.B. Bluthochdruck, Reizdarm, Depressionen und Burn-Out führen kann. Doch was bewirkt denn negativer Stress eigentlich genau in unserem Organismus, warum hat er diese Auswirkungen? Und warum wieso und weshalb ist Autogenes Training so wirkungsvoll gegen Stress? 

Lies hier und folge mir:

TEIL 1

Die Aufgabe unseres Nervensystems

Unser Nervensystem besteht aus unserem Gehirn, unserem Rückenmark und Nervenbahnen.
Ein Erwachsener hat rund 90 Milliarden Nervenzellen, die durch Synapsen zum gegenseitigen Austausch miteinander verbunden sind.
Wiederholtes Lernen und Denken fördert und stabilisiert die Synapsen zwischen den Nervenzellen. Alltägliche Abläufe werden zur Routine und erledigen sich wie fast von selbst.
Die Kaffeezubereitung am Morgen, das Lichtanschalten bei Dunkelheit oder die Fahrt zur Arbeit.
Wir müssen nicht großartig überlegen wie wir diese Aufgaben bewältigen bzw. ausführen.
Aber auch negative Gedanken können zur Routine werden, nämlich dann, wenn sie uns ständig begleiten.
Ständige Ängste, Sorgen und negativer Stress hindern uns daran positiv zu sein und klare Gedanken zu fassen.
Manifestieren sich negativen Gedanken und werden nicht durch positive Erlebnisse/Gedanken ersetzt, wird dieser negative Stress chronisch. Depressionen, Burn-Out oder Angstzustände können entstehen.
Aber eben auch körperliche Krankheiten wie u.a. Bluthochdruck oder Reizdarm.

Aber was genau passiert denn bei negativem Stress im Organismus?

Unser Zentrales Nervensystem (ZNS), mit Sitz im Gehirn und im Rückenmark, ist für die Reizaufnahme und -auswertung zuständig.
Erlebte Reize durch Lesen, Denken, Hören oder Sehen werden mittels Impulsen an unser somatisches und vegetatives Nervensystem weitergegeben.
Das somatische Nervensystem steuert unser Skelett, unsere Muskeln, Haut und Sinnesorgane.
Es unterliegt unserem Willen, könnte man auch sagen.
Ein Beispiel.
Der erlebte Reiz ist die Dunkelheit in einem Zimmer.
Die willentliche Ausführung dazu ist: Ich bewege meine Hand zum Lichtschalter und drücke ihn. Nun ist es hell.

Das vegetative Nervensystem steuert unsere Organe, Drüsen und Blutgefäße.
Quasi alles worauf wir unwillentlich Einfluss haben und was vermeintlich ohne unser Zutun von „alleine“ läuft.
Die Steuerung erfolgt über die Hauptnerven Sympathikus und Parasympathikus.
Und auf diese beiden haben wir wiederum Einfluss, bzw. wir können lernen Einfluss zu nehmen.

Der Sympathikus ist unser Anspannungsnerv.
Er steuert unseren Herzschlag und Blutdruck, unsere Lungen- und Blasenfunktion, sowie unser Geschlechtsorgan. Erleben oder denken wir an stressige Situationen, ist er aktiviert und dominiert unseren Organismus.

Der Parasympathikus ist der direkte Gegenspieler zum Sympathikus und fungiert als Entspannungsnerv.
Sind wir ruhig und entspannt ist er aktiviert und dominiert unseren Organismus.

Erleben wir nun eine Stresssituation – und dabei ist es vollkommen egal, ob wir tatsächlich Stress erleben oder nur einen stressigen und negativen Gedanken haben – findet eine Alarmreaktion in unserem Organismus statt.
Dieser erlebte oder gedachte Stress stimuliert und aktiviert den Sympathikus, so dass vom Organismus die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet werden.

 

Was bewirken die Hormone Adrenalin und Noradrenalin im Organismus?

Das erfährst Du demnächst in TEIL 2